Grundlagen zu Haltung

Aus Mantopedia
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Um die Grundlagen der Haltung von Gottesanbeterinnen zu verstehen und umzusetzen, sind einige Faktoren zu beachten.
Die meisten der bekannten Arten der Fangschrecken haben ihr Vorkommen in den Tropen und Subtropen. Als wechselwarme Tiere, sind sie optimal an die Gegebenheiten der Region angepasst, in der sie beheimatet sind. Viele Arten, leben nur in kleinen Biotopen und ihre Existenz hängt an einem ausbalancierten Verhältnis der dortigen Umstände. In der Terrarienhaltung können wir nur die Hauptfaktoren beeinflussen, die im wesentlichen aus dem richtigen Maß an Licht, Wärme, Luftfeuchtigkeit und Luftaustausch bestehen. Diese Faktoren stehen in einem sehr engen Verhältnis und haben starken Einfluss aufeinander, wie sich in den folgenden Abschnitten zeigen soll. In der Regel sind die Arten, welche den breitesten Toleranzbereich bei diesen Faktoren haben und deshalb für Anfänger in der Terraristik am besten geeignet sind, solche mit einem recht großen Verbreitungsgebiet. Jedoch kann es auch vorkommen, dass innerhalb einer Art, abhängig vom jeweiligen Fundort, unterschiedliche Haltungsparameter nötig sind.
Meist werden Tiere gekauft, die bereits mehrere Generationen in Zucht sind. Hier finden sich oft reichlich Informationen über Züchter, in der Literatur oder diversen Seiten im Internet. Allen Interessierten sei empfohlen, Informationen sorgfältig zu prüfen, egal aus welcher Quelle.

Licht

Das passende Licht spielt bei Mantodea keine so entscheidende Rolle, wie beispielsweise bei Reptilien. Viele anspruchslosere Arten lassen sich auch bei minderwertiger Beleuchtung recht problemlos züchten. Bei den meisten in Zucht befindlichen Arten wird die Beleuchtung vor allem als Wärmequelle genutzt. Hierzu mehr im Abschnitt "Wärme". Ein gewisses Maß an Licht ist selbstverständlich dennoch nötig, vor allem zur Orientierung und dem Beutefang. Eine Ausnahme hiervon stellen Arten dar, die eine Diapause, bzw. Quieszenz durchmachen (können). Eine Verkürzung der Beleuchtungsdauer führt dazu, dass die Tiere in eine Art "Winterruhe" gehen und die Aufnahme von Nahrung, sowie Wachstum einstellen. Hier ist ganzjährig auf eine sehr gute, angepasste Beleuchtung zu achten.

Wärme

Besonderer Bedeutung bei der Haltung von Mantiden sollten wir dem adäquaten Maß an Wärme zukommen lassen. Als Richtwerte sollten wie überall die Bedingungen am ursprünglichen Fundort der Art, bzw. der ursprünglichen Population angestrebt werden. Zwar haben sich die Tiere innerhalb von langen Zeiträumen an die Gegebenheiten ihres Biotops angepasst, eine Anpassung innerhalb weniger Generationen an die Parameter eines "typischen, mitteleuropäischen Haushalt", ist aber wohl ausgeschlossen.
Bei zu geringer Temperatur (besonders problematisch in Kombination mit zu hoher Luftfeuchtigkeit) verzögert sich der Stoffwechsel von wechselwarmen Tieren. Dies führt nicht nur zu einem verlangsamten Wachstum, sondern oftmals auch zu Verdauungsproblemen, welche sich oft in Form von Kotzeritis und aufgrund von zu wenig Energie, häufiger zu Häutungsproblemen zeigen.
Bei zu hohen Temperaturen (besonders problematisch in kombination mit zu geringem Luftaustausch), neigen die Tiere schnell zum Überhitzen.
Einige Arten benötigen eine starke Nachtabsenkung, vor allem um in "Paarungslaune" zu kommen. Meist liegen die optimalen Werte aber bei Werten um die 20°C+.
Eine Besonderheit stellen Arten dar, welche, wie bereits im Abschnitt "Licht" beschrieben, eine Diapause, bzw. eine Quieszenz durchmachen.

Zum Erzeugen von Wärme ist der natürlichste Weg das Anbringen einer Beleuchtung. Die Sonne, als natürliche Lichtquelle, ist als Wärmespender verknüpft. Bei einer Erwärmung von oben, bildet sich ein Temperaturverlauf im Terrarium. Die Tiere können sich so ihren Vorzugsbereich auswählen und z.B. bei Überhitzung eine kühlere Zone im unteren Bereich des Terrariums aufsuchen, was dem natürlichen Verhalten entspricht. Zur Überprüfung der Temperatur werden Thermometer genutzt.

Luftfeuchtigkeit

Die richtige Luftfeuchtigkeit hat primär Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der Tiere. Zu geringe Luftfeuchtigkeit führt zur Dehydrierung, zu hohe Luftfeuchtigkeit, meist mit zu geringer Temperatur, begünstigt Pilzerkrankungen oder Kotzeritis.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die optimale Luftfeuchtigkeit bei der Häutung. Sowohl eine zu tiefe, als auch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Problemen führen. Meist finden die Häutungen nach abschalten der Beleuchtung statt, wenn die relative Luftfeuchtigkeit durch die geringere Wärme ansteigt.

Zum Erhöhen der Luftfeuchtigkeit ist sowohl eine Einrichtung, die zum Teil aus wasserspeichernden Medien besteht, als auch ein versprühen von Wasser möglich. Auch ein verringern der Lüftungsflächen kann, bis zu einem gewissen Punkt, möglich sein. Ein Hygrometer wird zur Überwachung der Werte eingesetzt.

Luftaustausch

Mantiden benötigen einen guten Luftaustausch, welcher in der Regel durch zwei großzügige Lüftungsflächen, jeweils eine im oberen hinteren und eine im unteren vorderen Bereich, stattfindet. Je größer der Temperaturunterschied, zwischen Umgebungsluft und beheizter Luft im Terrarium ist, desto stärker ist die Zirkulation. Zu kleine Lüftungsflächen führen oftmals zu Stickluft oder Staunässe.